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Wohnhaus mit wandelbarer Screenfassade

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Dem Bestandsgebäude wird ein minimalistisches Hausvolumen mit identischem Querschnitt als abstrakte Interpretation des Bestands vorgestellt und durch eine Glasfuge von diesem abgesetzt. Ein bestehender Kellerabgang wird dabei in den Neubau, einen hochgedämmten Holztafelbau, integriert.

Der Anbau dient als Erweiterung der Wohnräume im Erdgeschoss, die über große Öffnungen und eine Stufe mit dem neuen Wohnraum verbunden sind. Eine dem Hausprofil folgende 3-fach-Verglasung zwischen Neu- und Altbau ermöglicht eine Belichtung in die Tiefe des Gebäudes und lässt den baulichen Eingriff mit Sympathie zum alten Gebäude ablesbar. Im Obergeschoss ist im Dach ein großzügiges Schlafzimmer vorgesehen, das an der Fuge mit einer Verglasung vom Wohnraum abgesetzt ist. Eine Glasbrücke verbindet die beiden ‘Häuser’ im Dachgeschoss und erschließt das Schlafzimmer vom Altbau aus.

Die seitlichen Wände und das Dach sind mit anthrazitfarbenen Faserzementplatten verkleidet. Die Entwässerungsebene ist – dem abstrakten Ansatz entsprechend – unter den Faserzementafeln verdeckt. Ebenso sind die Tür des Kellerabgangs und die Belichtung in die Verkleidung integriert und nur durch ein Raster aus Rundbohrungen ablesbar.

Die Giebelfassade ist nahezu vollständig verglast und mit einem homogenen Screen aus horizontal gelagerten, weißen, Pulver-beschichteten Quadrathohlprofilen aus Aluminium verkleidet. Dieser Screen dient als Sicht-, Blend- und Sonnenschutz und von Innen als Raumabschluss. Es ergibt sich ein im Tagesverlauf und jahreszeitlich wechselndes grafisches Licht- und Schattenspiel im Innenraum.

In den Raum zwischen Glasfassade und Aluminiumkonstruktion ist im Obergeschoss ein kleiner Balkon integriert, vor dem ein motorisch geregelter Falt- Hebe- Mechanismus eine abstrakte Fensteröffnung ermöglicht. Im Erdgeschoss ist der Screen in 5 Felder aufgelöst, deren mittlere drei Felder schienengeführt hinter einem Klappfeld in einen Bahnhof geparkt werden können. Mit diesen Öffnungsmechanismen ist es möglich die Fassade bedarfsweise zu öffnen und dem Bedürfnis nach Offenheit, Blendschutz und Durchlässigkeit flexibel und spielerisch gerecht zu werden. Die puristisch strenge Fassade wird so zum lebendigen Abbild des Familienlebens im Alltag.

Standort: München
Architektur: Haak + Höpfner Architekten und Stadtplaner
Bauherr: PrivatFertigstellung: 2012
Baumaßnahme: Sanierung / Recitalisierung, Erweiterung
Bauweise: Holz
Andere Fakten: Bewegliche Aluminiumfassade
Auszeichnung: 1. Preis Geplant + Ausgeführt 2013

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